The Teaching of Philosophy: On Hannah Arendt's Socrates Heinrich Bluecher 

Have you ever thought about what it means to just teach philosophy instead of writing it down? Have you ever realized what it could mean to train thinking by listening and by entering into dialogue? The pursuit of such a philosophical practice is difficult, because it is hardly handed down. If it has happened, then only in written and appropriate structured form. In the case of Heinrich Bluecher, husband of the famous thinker Hannah Arendt, everything is different. According to several eyewitnesses, he was above all her intellectual companion, if not the man behind several of Arendt's insights - especially because he spoke with her. Bluecher himself taught philosophy in the USA. But he never put his thoughts to paper. His work was limited to oral practice. Hundreds of minutes of his lectures have been recorded on tape by his students. They are kept in the Stevenson Library at Bard College. That collection enables to ask what it means and what character it has to practice philosophy as a speaking and dialogic discipline. Additionally, it allows to understand how thoughts become scriptural, if there is one who is more inclined to writing as Hannah Arendt it was.

Gefördert von der Volkswagen Stiftung.

Blog: https://bluecher.hypotheses.org

Jürgen Baldiga

In Berlins lagert, nahezu vergessen, das vermutlich umfangreichste fotografisch-künstlerische Werk, das ein homosexueller Künstler in den Jahren seit dem Auftreten von Aids bis zur letzten großen Aids-Sterbewelle Anfang der 1990er Jahre in Deutschland geschaffen hat. Das Werk hinterließ der Fotograf Jürgen Baldiga (*1959 — †1993). Es findet in seiner künstlerischen wie auch in seiner historischen Qualität nur Beispiele in den USA, wo unter anderem David Wojnarowicz und Marc Morrisroe ihre Homosexualität und die eigene HIV-Infektion zu den Standpunkten des künstlerischen Schaffens machten. Von Baldigas eigenen Abzügen sind zirka 5000 im Schwulen Museum* verwahrt. Außerdem liegen in siebzehn Kartons mehr als dreißig Ordner und Mappen mit Negativen und Kontaktabzügen. Einige Super-8-Filme sowie vierzig von 1979 bis 1993 mit kurzen, impulsiven Einträgen gefüllte Tagebücher ergänzen die Sammlung. In dieser umfänglichen Gestalt stellt Baldigas Hinterlassenschaft vermutlich das außerordentlichste Zeugnis dar, das wir heute in Deutschland von jener »Generation« haben, für die Aids der sichere Tod bedeutete. Diesem historischen Wert steht der künstlerische in nichts nach. Alle Bilder sind aus einem äußerst subjektiven Blickwinkel entstanden und zeigen einen besonderen künstlerischen Ausdruckswillen. Baligas Arbeiten sind deshalb einmalig. Sie zeichnen sich durch eine eigene Handschrift aus, die sich über Jahre nach und nach entwickelt hat.

Geplant ist ein umfassendes Publikations- und Filmprojekt.